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Ausbau eines Sozialzentrums von NISCVT für Berufsbildungskurse für junge palästinensische Flüchtlinge

Im Flüchtlingslager Bourj Al-Shemali bei Sour/Tyrus im Südlibanon hat unser Verein im Jahr 2000 ein drittes Stockwerk mit Räumen für Berufsbildungskurse auf die zwei bisherigen Stockwerke des Sozialzentrums von NISCVT gebaut. Die Gesamtfläche der Ausbildungsräume beträgt 270 qm. Gleichzeitig mit dem Bau haben 37 junge Männer an vier Berufsbildungskursen teilgenommen, so dass die praktischen Fähigkeiten bei den ohnehin anfallenden Bauarbeiten erworben werden konnten. Ausgebildet wurden die Kursteilnehmer in den Berufen Fliesenleger, Elektro- und Sanitärinstallateur. Außerdem wurde ein 15KW-Generator angeschafft, um eine vom anfälligen Netz des Flüchtlingslagers unabhängige und für die Maschinen und Werkzeuge unabhängige Stromversorgung zu gewährleisten.

Die Arbeitslosigkeit im Süden des Libanon ist besonders hoch. Sie erreicht in den Flüchtlingslagern 70%. Ursache dafür sind die eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten für die palästinensischen Flüchtlinge außerhalb der Lager, die Konkurrenz mit Hunderttausenden von ungelernten syrischen Arbeitnehmern und der dortige Mangel an Industrie und Dienstleistungsgewerbe. Da es für die 400.000 palästinensischen Flüchtlinge nur zwei technische Berufsschulen der UNRWA gibt, die Ausbildungsplätze für ca. 900 Schüler anbieten, bleiben viele junge Palästinenser ohne Ausbildung und damit chancenlos.

Die Chancen für einen Einstieg ins Arbeitsleben verbessert The National Institution of Social Care and Vocational Training (NISCVT) deshalb mit viermonatigen, am aktuellen Bedarf orientierten Berufsbildungskursen. Die bisherigen Erfahrungen von NISCVT haben gezeigt, dass diese Art beruflicher Basisausbildung der Arbeitsmarktsituation vor Ort und damit den Bedürfnissen der Jugendlichen am ehesten gerecht wird. Durchschnittlich die Hälfte der Kursteilnehmer findet anschließend einen Arbeitsplatz. Neben der beruflichen Qualifizierung haben soziales und mentales Training der Teilnehmer eine wichtige Begleitfunktion. Lernbereitschaft, Engagement und Eigenverantwortung werden bei Diskussionen, Veranstaltungen, gemeinsamen sportlichen und kulturellen Aktivitäten und Ausflügen gestärkt. Manche Teilnehmer entwickeln dabei eine enge Beziehung zum Sozialzentrum von NISCVT und sind später bereit, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen.

Die Kosten des Projekts beliefen sich auf insgesamt ca. 33.000 Euro. Wie danken dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das einen Zuschuss in Höhe von 23.000 Euro gewährte.