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Notfallhilfe im Zeichen von Wirtschaftskrise und Corona

Im März 2020 erhielten wir aus dem Libanon einen Notfallaufruf von unserer Partnerorganisation. Seit Jahren leiden die Menschen im Libanon unter hoher Staatsverschuldung, einem nicht funktionierenden Staat, unter Korruption und Vetterleswirtschaft und steigender Inflation. Dagegen richteten sich im Herbst 2019 die landesweiten Proteste der libanesischen Bevölkerung. Erschwerend kamen die hohe Flüchtlingszahl von Menschen aus Syrien und zuletzt die Corona-Krise hinzu. Dies alles zusammen hat zu einem Kollaps des Landes und seiner Banken geführt, zu einem drastischen Rückgang der Arbeitsmöglichkeiten für palästinensische Flüchtlinge, aber auch für die Libanesen selbst, und zu beängstigend zunehmender Armut. Die gewaltige Explosion Anfang August im Hafen von Beirut hat die palästinensischen Flüchtlinge zwar nicht direkt getroffen, aber die Auswirkungen u.a. auf die Ernährungssituation werden auch sie massiv zu spüren bekommen. Die Arbeitslosigkeit unter den palästinensischen Flüchtlingen hat schon seit Monaten eine Rekordhöhe von 90% erreicht!

Die Ernährungssituation hat sich deshalb schon lange dramatisch verschlechtert. Wegen der Schließung der Kindergärten konnten die Kindergartenkinder von NISCVT nicht einmal mehr die von uns mit finanzierten täglichen gesunden Mahlzeiten bekommen. NISCVT hat uns daraufhin um Spenden für Essens- und Hygiene-Pakete für die ärmsten Familien in den Flüchtlingslagern gebeten. Schon 2013 in den Anfängen des Syrienkriegs haben wir die Flüchtlinge aus Syrien mit Lebensmittel- und Hygiene-Paketen unterstützten können.

Wir haben unseren Partnern bisher mehr als 25.000€ dafür zur Verfügung gestellt. 733 Familien aus den Flüchtlingslagern Ein El Helweh, Beddawi und Bourj El Barajneh konnten mit Lebensmittelpaketen versorgt werden. Wegen der Corona-Bedingungen haben unsere Partner diesmal Gutscheine, in der Regel im Wert von 40$, an die bedürftigen Familien ausgegeben. Mit diesen Gutscheinen konnten die Familien dann in den Lagern in jeweils drei ausgesuchten Läden, mit denen unsere Partner vertrauensvoll zusammenarbeiten, lebensnotwendige Nahrungsmittel wie Speiseöl, Reis, Zucker u.a. einkaufen. Damit wurden größere Menschenansam­mlungen verhindert, die bei der Verteilung von Lebensmittelpaketen in den Zentren unserer Partner unvermeidlich gewesen wären, und die Betroffenen konnten zudem ihrem persönlichen Bedarf entsprechend einkaufen.

Diese Hilfe möchten wir, ergänzt um Spenden für lebensnotwendige Medikamente, in der nächsten Zeit fortsetzen.

Wir wissen, dass die finanzielle Lage auch für viele Menschen in Deutschland schwieriger wird und niemand weiß, was noch auf uns zukommt. Vielleicht ist Einzelnen von Ihnen/Euch trotzdem eine Spende möglich?!

Ein digitales Musikprojekt von 35 Kindern aus 4 Flüchtlinsglagern zum Umgang mit Corona.